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Fahrradkette reinigen

Die Leichtgängigkeit der Kette bewahren

Die Kette eines Fahrrads überträgt die Kraft der Beine von den Pedalen auf das Hinterrad. Damit diese Kraftübertragung möglichst glatt und störungsfrei statt findet, muss die Kette immer sauber und leichtgängig sein.

Folgen einer schadhaften Kette

Wenn es beim Treten in die Pedale merkwürdig hakt und schlägt, dann ist es meistens schon zu spät: Die Kette ist in diesen Fällen meistens schon so stark beschädigt, dass sie nur noch ausgetauscht werden kann. Staub und Schmutz haben sich in den Kettengliedern fest gesetzt und ihr Bewegungsspiel zerstört. Die Kette klemmt. Viel schlimmer ist jedoch, dass der anhaftende Staub und Rost wie eine Schleifpaste wirkt. Mit jedem Tritt in die Pedale reiben die Schmutzpartikel am
Ritzel, am Kettenrad und an der Schaltung selbst. Eine schlecht gewartete Kette kann deshalb die gesamte Kraftübertragung eines Fahrrads beschädigen. Der Rostfraß an den Gliedern schwächt zudem die Zugkraft der gesamte Kette so stark, dass sie im schlimmsten Fall reißen kann. Das kann zu gefährlichen Situationen führen, die schlimme Folgen haben. Um zu verstehen, wie eine Kette richtig zu reinigen ist, solltest du ihren Aufbau kennen.

Wie funktioniert eine Fahrradkette?

Eine Kette besteht aus Gliedern, die formschlüssig miteinander verbunden sind. Jeweils zwei Laschen und zwei Bolzen bilden ein Glied. Die Bolzen haben eine Umhüllung durch eine Hülse. Die Verbindung der einzelnen Glieder und die Hülse sind jeweils in einer Richtung beweglich. Beim Tritt in die Pedale gleiten die Kettenglieder gegeneinander und der Bolzen in der Hülse so, dass die Kraft optimal übertragen wird. Besonders hochwertige Ketten, beispielsweise für Motorräder, haben zusätzlich O-Ringe, mit denen die Bolzen seitlich abgedämpft werden. Jede Kette hat ein Trennglied, an dem sie geöffnet werden kann. Das erleichtert das Aufziehen einer Kette erheblich. Statt einer starren, fest verschweißten Lasche hat das Trennglied an einer Seite nur einen Clip. Du kannst ihn mit einem breiten Schraubendreher entfernen. Ein spezielles Werkzeug, der sogenannte „Kettentrenner“ bzw. „Kettenunterbrecher“ macht dies aber wesentlich einfacher und ungefährlicher.

Wie solltest du NICHT die Kette reinigen?

Bevor wir dir sagen, wie du die Kette richtig reinigst, lass uns dir zunächst ein paar Worte dazu eben, wie du es nicht machst. 

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Hochdruckreiniger

Ein Hochdruckreiniger sieht verführerisch simpel aus.
Einfach mit dem kräftigen Strahl über die Kette gehen und alles blitzt wieder wie neu. Leider richtest du damit mehr Schaden als Nutzen an. Mit dieser Art der Kettenreinigung drückst du das Wasser zwischen Bolzen und Hülse, wo es ungestört dem Rost Vorschub leisten kann. Das gleiche gilt für Heißdampf-Reiniger.

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Scharfe Lösungmittel

Aceton, Bremsenreiniger und ähnliche Lösungsmittel sind besonders für gedämpfte Ketten sehr gefährlich. Die Gummiringe können dabei aufquellen oder zerstört werden. Darum verwende es für die Kettenreinigung nur sehr sparsam. Keinesfalls solltest du die Kette abmontieren und in ein Bad aus Aceton-Reiniger oder Waschbenzin legen.

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Seifenlauge

Seifenlauge ist ein Gemisch aus Wasser und Seife. Diese Mischung reinigt zwar zunächst ganz hervorragend. Jedoch entfettet sie stark und trägt gleichzeitig viel Wasser in die empfindliche Mechanik der Fahrradkette. Durch das Entfetten verliert die Kette ihren Rostschutz. Durch Seifenlauge kann die Korrosion erst richtig angreifen.

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Ultraschall

Natürlich erzielst du mit einem Ultraschallbad hervorragende Ergebnisse. Jedoch stehen diese in der Regel in keinem Verhältnis zum Aufwand: Wenn du nicht gerade zufällig ein hochwertiges Ultraschall-Gerät zu Hause herum stehen hast, dann macht die Überlegung nach einem Ultraschallbad zur Kettenreinigung keinen Sinn.

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Ölbad

Die Kette über Nacht in ein Ölbad einlegen ist nur dann sinnvoll, wenn sie vorher gründlich gereinigt wurde. Einfach die Fahrradkette mit Öl tränken, kann ihren Zustand noch verschlimmern: Das überschüssige anhaftende Öl wirkt wie ein Magnet für Staub und Sand. Im Endergebnis erhältst du mit einer Kette voller Öl genau die gefährliche Schleifpaste, die dir das ganze Fahrrad kaputt machen kann.

Warum nicht einfach tauschen?

Die Preise für eine Fahrradkette gehen weit auseinander.
Selbst Markenprodukte sind schon für unter 10 Euro erhältlich, während hochwertige Ketten auch über 80 Euro kosten können. Dennoch besteht kein Grund, eine preiswerte Kette weg zu werfen, wenn du sie mit wenigen Handgriffen reinigen kannst. Es ist nicht nur billiger, sondern auch viel einfacher. Eine Markenkette hat mit etwas Pflege eine Lebensdauer von vielen Tausend Kilometern, auch wenn sie nur ein paar Euro gekostet hat. Jedoch sollte die Kette immer zum Fahrrad passen: Ein Mountainbike braucht eine andere Kette, als ein Kinderfahrrad.